Achtzig Prozent der Heimeinweisungen von Pflegebedürftigen erfolgen wegen Stuhl- oder Harn-Inkontinenz.
Die Belastung für die pflegenden Angehörigen ist in den meisten Fällen zu groß, denn für die Mehrheit der Pflegenden beginnt mit pflegebedürftigen Angehörigen eine schwer zu ertragende Lebensphase, sobald diese nicht mehr in der Lage sind, Harn oder Stuhl zurückzuhalten: nächtliches Aufstehen, häufiges Waschen, Urinspuren in der Wohnung und unangenehme Reinigungsarbeiten prägen den Tagesablauf. Tätigkeiten, die neben dem normalen Leben nicht auf Dauer zu bewältigen sind.
So wird Inkontinenz zu einem hygienischen, aber auch sozialen und psychischen Problem der Angehörigen. Dazu kommt die nach wie vor bestehende Tabuisierung von Inkontinenz in unserer Gesellschaft. Übliche Sauberkeitsideale und Hygienevorstellungen werden durchbrochen.
Ein Ausweg ist, über eine genaue medizinische Diagnose des Arztes oder Kontinenzberaters zu therapeutischen Maßnahmen zu gelangen, die zumindest bei geistig und körperlich beweglichen Senioren das Ausmaß der Inkontinenz maßgeblich reduzieren. Nur immobile oder demente Menschen müssen auf die Hilfe von Inkontinenzmitteln zurückgreifen.
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