Vorsorgen ohne Risiko
30. June 2008
Seit 2003 greift der Staat bei der privaten Pensionsvorsorge unter die Arme und hat mit diesem Modell ähnlich viel Erfolg wie der gute alte Bausparvertrag.
Diese prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge hat den Versicherungen einen gewaltigen zusätzlichen Markt eröffnet. Laut FMA zahlten 2007 rund 15 Prozent aller Österreicher unter 60 in ein Finanzprodukt dieser Kategorie ein. Liefe diese Entwicklung so ungedämpft weiter, würden 2010 etwa ein Viertel aller Österreicher privat und prämienbegünstigt vorsorgen.
Die staatlich geförderte Zusatzpension kann bei allen in Österreich anerkannten Versicherungs- und Kapitalanlagegesellschaften angespart werden. Strenge Kriterien wie die strikte Kapitalgarantie bis zum Laufzeitende stehen vor der Zulassung. Für das Kapital haftet selbst im Insolvenzfall eine mit dem Anbieter verbundene Bank. Die Anlagestrategie muss permanent publik gemacht werden.
Prinzipiell ist die staatlich begünstigte Vorsorge in zwei Spielarten möglich:
- als reines Versicherungsprodukt
- als Kapitalanlageprodukt
Beide Formen enthalten verpflichtend mindestens 40 Prozent großteils österreichische Aktien, der Rest wird in anderen Wertpapieren angelegt. Versicherungsgesellschaften haben bis dato die Nase vorne und erreichen mit einem Marktanteil von fast 90 Prozent den weitaus grösseren Teil der Anleger. Nicht unerwartet bevorzugen die Versicherungen hier gerne Wertpapiere oder Aktienfonds aus dem eigenen Haus, obwohl das nicht unbedingt die ertragreichste Anlageentscheidung sein muss.
Die staatliche Jahresprämie orientiert sich am allgemeinen Zinsniveau und bewegt sich zwischen acht und 13 Prozent der angesparten Summe mit einer Deckelung bei 2.165 Euro. Die lange Laufzeit und der damit verbundene Zinseszinseffekt sind wie bei allen langfristig ausgerichteten Anlageformen der Schlüsselfaktor für eine substantielle Auszahlung am Vertragsende. Laufzeiten von 30 und mehr Jahren sind daher die Regel.
Erst an Start eines boomenden Marktzyklus findet man das zweite große Instrument der privaten Vorsorge, die Pflegeversicherung. Die Debatte über die klammen Staatsfinanzen für den Pflegebereich ist noch jung und bis dato nicht so recht in die langfristige Lebensplanung der Generation 30+ eingeflossen. Die Prognose der Finanzinstitute über das Marktpotential ist verständlicherweise aber voller Hoffnung.
Bausparen - auch für Pflege und Bildung
8. August 2007
Seit Jahrzehnten ist Bausparen die beliebteste Finanzierungsform für die Schaffung von Wohnraum in Österreich. Für über fünf Millionen Österreicher sind sowohl die attraktiven Zinsen als auch die staatliche Förderung die Basis zur Verwirklichung persönlicher Träume.
Das Image von Bausparen in Österreich als sichere und beliebte Geldanlage ist gefestigt: Die Mehrheit der Österreicher bevorzugen Bausparen noch vor dem Sparbuch, weil damit kein Anlagerisiko bei trotzdem guten Ertrag verbunden ist.
Seit 2005 erlauben die staatlichen Regelungen einen erweiterten Einsatz der Finanzmittel aus Bausparverträgen: Nicht nur für den Hausbau, sondern auch als Finanzierungsinstrument für Ausbildung und Pflege darf staatliche Förderung in Anspruch genommen werden.
Bildungssparen kann für die Finanzierung der folgenden Ausbildungsmaßnahmen eingesetzt werden:
- Kosten von Maturaschulen, privaten und öffentliche Universitäten, Fachhochschulen, Akademien und Kollegs
- Ausbildungen bei WIFI, BFI, Volkshochschulen
- Fremdsprachen-Ausbildungen
- Bildungsmaßnahmen als Vorbereitung auf eine spätere Selbstständigkeit
Das Pflegesparen ermöglicht eine schnelle finanzielle Hilfe im Pflegefall. Ausgaben für medizinische Versorgung, fürsorgliche Betreuung oder die Kosten von Pflegeeinrichtungen können bei fehlenden öffentlichen Mitteln durch ein Bausparguthaben abgedeckt werden.
Die Notwendigkeit von erweiterten Finanzierungsformen für professionelle Pflege ergibt sich auf Grund der demographischen Entwicklung: In den nächsten dreißig Jahren erwartet man eine Verdoppelung des Bedarfs nach Pflege. Diese Leistungen sind nicht mehr allein durch Angehörige erbringbar, sondern müssen auf dem Pflegemarkt “eingekauft” werden. Auch hier gilt das ewige Gesetz vom Zinseszins: Je frühzeitiger mit der Bildung von Kapital für die Finanzierung der Alterspflege begonnen wird, desto grösser ist der Polster, der dann im Bedarfsfall abgeschichtet werden kann.
Das langfristig planbare finanzielle Engagement in überschaubaren monatlichen Raten macht Pflegebausparen hier zu einer günstigen Form der Vorsorge.
Ökologische Aktienfonds
8. August 2007
Soziale und ökologische Themen erreichen vermehrt die Finanzmärkte und spielen eine wichtige Rolle in der Einschätzung der Analysten über die Fähigkeit eines Unternehmens zur Wertschöpfung und zum langfristig wachsenden Unternehmenserfolg.
Indikatoren für nachhaltiges Wirtschaften sind soziale und ökologische Faktoren. Ein beispielhaftes Maß ist das Engagement eines Unternehmens ein erneuerbaren Energieträgern oder die Intensität der Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards gibt weitere Aufschlüsse.
Die Entwicklung von Indizes zur Bewertung nachhaltiger Kapitalanlagen ist in den vergangen Jahre weit vorangekommen. So werden nachhaltig wirtschaftende Unternehmen im “DAX Alternative Energy Index” oder im NEX zusammengefasst. Erfreulich für den ökologisch orientierten Investor ist die Performance des NEX: Innerhalb eines Jahres lag sie bei rund 22 Prozent, für zwei Jahre ergibt sich eine Roh-Rendite von fast 99 Prozent.
Damit spiegelt die Situation der “grünen” Fonds das Bild wieder, das man auch bei den ethisch orientierten Fonds findet: Die Konzentration auf Anlageschwerpunkte, die mit einem guten Gewissen vereinbar sind, trägt durchaus respektable Früchte. Auch Fonds, die das Vermögen der Kunden nicht in umstrittenen Industrien wie der Waffenindustrie oder der Atomindustrie anlegen, erreichen diese Renditewerte und widerlegen damit das oft gehörte Vorurteil, dass die Geldanlage in sauberen Wirtschaftsbereichen mit Ertragsabschlägen verbunden sei.
