Seit 2003 greift der Staat bei der privaten Pensionsvorsorge unter die Arme und hat mit diesem Modell ähnlich viel Erfolg wie der gute alte Bausparvertrag.

Diese prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge hat den Versicherungen einen gewaltigen zusätzlichen Markt eröffnet. Laut FMA zahlten 2007 rund 15 Prozent aller Österreicher unter 60 in ein Finanzprodukt dieser Kategorie ein. Liefe diese Entwicklung so ungedämpft weiter, würden 2010 etwa ein Viertel aller Österreicher privat und prämienbegünstigt vorsorgen.

Die staatlich geförderte Zusatzpension kann bei allen in Österreich anerkannten Versicherungs- und Kapitalanlagegesellschaften angespart werden. Strenge Kriterien wie die strikte Kapitalgarantie bis zum Laufzeitende stehen vor der Zulassung. Für das Kapital haftet selbst im Insolvenzfall eine mit dem Anbieter verbundene Bank. Die Anlagestrategie muss permanent publik gemacht werden.

Prinzipiell ist die staatlich begünstigte Vorsorge in zwei Spielarten möglich:

  • als reines Versicherungsprodukt
  • als Kapitalanlageprodukt

Beide Formen enthalten verpflichtend mindestens 40 Prozent großteils österreichische Aktien, der Rest wird in anderen Wertpapieren angelegt. Versicherungsgesellschaften haben bis dato die Nase vorne und erreichen mit einem Marktanteil von fast 90 Prozent den weitaus grösseren Teil der Anleger. Nicht unerwartet bevorzugen die Versicherungen hier gerne Wertpapiere oder Aktienfonds aus dem eigenen Haus, obwohl das nicht unbedingt die ertragreichste Anlageentscheidung sein muss.

Die staatliche Jahresprämie orientiert sich am allgemeinen Zinsniveau und bewegt sich zwischen acht und 13 Prozent der angesparten Summe mit einer Deckelung bei 2.165 Euro. Die lange Laufzeit und der damit verbundene Zinseszinseffekt sind wie bei allen langfristig ausgerichteten Anlageformen der Schlüsselfaktor für eine substantielle Auszahlung am Vertragsende. Laufzeiten von 30 und mehr Jahren sind daher die Regel.

Erst an Start eines boomenden Marktzyklus findet man das zweite große Instrument der privaten Vorsorge, die Pflegeversicherung. Die Debatte über die klammen Staatsfinanzen für den Pflegebereich ist noch jung und bis dato nicht so recht in die langfristige Lebensplanung der Generation 30+ eingeflossen. Die Prognose der Finanzinstitute über das Marktpotential ist verständlicherweise aber voller Hoffnung.

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