Die Aufbereitung von Information in Portionen, die ein Konsument leicht und einfach erfassen kann, ist die Aufgabe des Informationsarchitekten. Ebenso gewährleistet der Informationsarchitekt die sinnvolle Gruppierung von zusammengehörigen Informationsbausteinen und die logische Navigation zwischen den einzelnen Häppchen.

Obwohl diese Aufgabe unabhängig von Medium ist, ist natürlich die Veröffentlichung von Informationen auf elektronischen Medien und dort im Speziellen auf Websites ein Hauptfeld der Tätigkeit. Empirische Untersuchungen habe klar erwiesen, dass Besucher einer Website die Erfüllung bekannter Konventionen erwarten und sich kaum auf das Erlernen neuer Methoden einlassen, solange der persönliche Nutzen einer Website den Lernaufwand nicht rechtfertigt.

Das Informationsmodell einer herkömmlichen Firmenwebsite folgt dem Muster einer Werbebroschüre mit Kapiteln für die Darstellung des Unternehmens, der Produkte und der beteiligten Personen. Die Änderungsfrequenz ist gering, damit auch die Notwendigkeit, stark variierende Inhalte zu berücksichtigen: Eine ausführliche Planung erlaubt die Einordnung von Informationsportionen in gut passenden Abschnitte der Website.

Ganz anders stellt sich die Situation bei Weblogs, also chronologisch geordneten Websites mit hoher Aktualisierungsfrequenz dar. Egal, ob der Schwerpunkt eines Weblogs bei persönlichen Tipps zum Abnehmen liegt oder auf der Kommunikation eines Unternehmens mit seinen Stakeholdern in Form eines Corporate Blogs, auf jeden Fall ist eine statische Klassifizierung der Beiträge kaum vernünftig im Voraus planbar.

So hat sich die Reihung nach Veröffentlichungsdatum als einfachstes Organisationsprinzip für Weblogs praktisch monopolartig durchgesetzt. Durchbrochen wird dieses lineare Prinzip von der Clusterbildung durch Tags oder Kategorien, für die ebenfalls wenig voraus geplant werden muss.

Blog-Software, ob es ein einfaches System wie WordPress ist oder ein flexibles, funktionsreiches Publishingsystem wie Textpattern CMS, richtet sich an diesen Ansprüchen aus. Die Möglichkeit zur Veröffentlichung eines Beitrags an einem zukünftigen Datum entlastet den Einzelkämpfer in Urlaubszeiten, Plugins erzeugen Tagclouds, eine gewichtete optische Repräsentation der Taxonomie, die der Autor über Schlüsselwörter an die Beiträge “geklebt” hat.

Als ultimatives Navigationselement haben Menüs auf der Website selbst im Wesentlichen ausgedient, diese Funktion übernehmen Suchmaschinen wie Google, Yahoo! oder Bing. Das kommt nicht überraschend, war doch die site-interne Volltextsuche schon in Untersuchungen aus dem 20. Jahrhundert auf Platz drei der beliebtesten Navigationsmittel bei Surfern.