Kontaktlinsen: Hart und weich zugleich

Wie Brillen korrigieren Contactlinsen die ungenügende Brechkraft der eigenen Linse und verringern Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit oder Astigmatismus (Hornhautverkrümmung).

Sie sind damit eine von zwei Möglichkeiten, Fehlsichtigkeiten auf mechanische Art zu beheben. Eine immer häufiger eingesetzte Alternative dazu ist die permanente Korrektur über eine Augenoperation mit Laser.

Kontaktlinsen kann man in verschiedenen Ausführungen kaufen, die sich durch ihre Lebensdauer und das optische Material unterscheiden:

  • Tageslinsen werden nicht gereinigt und jeden Tag durch eine neues Paar ersetzt.
  • Wochenlinsen halten 7 bis 14 Tage.
  • Monatslinsen.
  • Jahreslinsen.

Jedes Linsenformat ist als weiche Linse (Material: Hydrogel) zu bekommen, Jahreslinsen werden auch als harte Linse (Material: flexibler Kunststoff) gefertigt. Während sich weiche Linsen mit der Tränenflüssigkeit vollsaugen, nehmen harten Kontaktlinsen keine Flüssigkeit auf.

Farbige Contactlinsen

Nicht nur der Wunsch nach besserem Sehen, sondern auch die Sehnsucht nach besseren Aussehen befriedigen Kontaktlinsen. Wer immer schon mal mit kohlschwarzen Augen dem Liebsten tief ins Herz blicken wollte oder wie David Bowie mit zwei unterschiedlich gefärbten Augen Aufsehen erregen wollte, kauft Farblinsen. Wichtig und logisch: Färbige Kontaktlinsen können den natürlichen Farbton der Iris nur verändern, nicht komplett überdecken.

Pflege und Linsenreinigung

Der Staub, Zigarettenrauch und andere Rückstände, mit denen das Auge und damit auch die Linsen tagsüber in Kontakt kommen, legen sich als Schmutzfilm über die Kontaklinsen. Ein Bad in einer Reinigungsflüssigkeit entfernt diese Rückstände, desinfiziert die Linse und verhindert Augenentzündungen oder andere Risiken. Weiche Linsen verlieren während des Tragens ihre Flexibilität und werden durch ein Bad in der Regenerationslösung wieder weich und geschmeidig.

Intraokulare Kontaktlinsen

In Fällen, in denen weder die Brille noch die Kontaktlinse geeignet sind, die Fehlsichtigkeit komfortabel zu korrigieren, ist eine Augenoperation eine oft gewählte Alternative.

Als Ergänzung zu der länger geübten LASIK-Methode, bei der Teile der Hornhaut mit dem Lichtstrahl eines chirurgischen Lasers abgetragen werden, etabliert sich in den letzten Jahren auch die Implantation von Kontaktlinsen. Bei diesem wird ICL genannten Verfahren werden flexible Linse über eine kleine Schnitt direkt hinter der Iris platziert. Dieser kleine Schnitt heilt innerhalb kurzer Zeit selbst ab und verursacht bei den Patienten kaum Irritationen.

Besonders geeignet ist das Kontaktlinsen-Implantat für Kurz- oder Weitsichtige mit:

  • dünner Hornhaut
  • hohen Dioptrienzahlen
  • Skepsis bezüglich einer Laseroperation

Kurzsichtig: Hilft eine LASIK-Behandlung (Augenoperation mit Laser)?

LASIK wird bei Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit im Bereich von -10 bis +4 Dioptrien angewandt.

Dabei wird ein Teil der Hornhaut vom Auge gelöst und Schichten des darunter liegenden Gewebes mit dem Laser geschliffen. Die Brechkraft des Auges wird dabei soweit korrigiert, dass die normale Sehkraft ohne Brille oder Kontaktlinsen erreicht ist.

Die LASIK-Operation wird ambulant in LASIK-Instituten durchgeführt, allenfalls ist ein einzige Übernachtung im LASIK-Center nach der Operation nötig.

Gründe, die für LASIK sprechen

In Österreich gibt es rund zwei Millionen Menschen, die eine Brille zur Korrektur von Fehlsichtigkeit tragen. Typische Beschwerden sind:

  • Kurzsichtigkeit
  • Weitsichtigkeit
  • Astigmatismus
  • Hornhautverkrümmung
  • andere…

Obwohl Kontaktlinsen und Brillen attraktiv und auch in den meisten Situationen praktisch sind, gibt es doch einige Gründe, die für eine Augenoperation sprechen:

  • Sportlich aktive Menschen fühlen sich durch das Tragen einer Brille eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit und wollen auch nicht immer im Hinterkopf behalten, wie ihre Kontaktlinse auf abrupten Körperkontakt oder Stürze reagiert.
  • Starke Brillen sind lasten schwer auf der Nase und verursachen Druckstellen.
  • Der „Fischaugen“-Effekt von Brillengläsern besonders bei großen Dioptrienzahlen ist selbst mit modischen Brillengestellen nicht zu überwinden.

Erfolgschancen von Augenoperationen

Die Erfolgsquote der Laserbehandlung liegt nach Angaben der LASIK-Kliniken bei rund 95%, das heißt, dass durch die Laseroperation bei 19 von 20 Patienten die Fehlsichtigkeit auf weniger als 0,5 Dioptrien korrigiert werden kann. Langzeituntersuchungen sind schwer durchführbar, da die stetige Weiterentwicklung in den Methoden der Augenoperation kaum einen Vergleich über längere Beobachtungszeiträume erlaubt.

Nebenwirkungen

Nach der Augenkorrektur treten fallweise Nebenwirkungen auf:

  • Lichtbrechungen und Reflexionen an den Schnittkanten
  • Schlechte Anpassung an geringe Lichtstärken (Dämmerung)
  • „Geistersehen“, also Doppelkonturen wie bei schlechtem Fernsehempfang

Was ist Femto-LASIK?

Femto-LASIK arbeitet mit Laserimpulsen extrem kurzer Dauer (1 Femtosekunde sind 10-15 Sekunden). Im Unterschied zur herkömmlichen Methode wird bei dieser Operationsmethode der Schnitt in die Hornhaut nicht mit einem konventionellen Mikrokeratom, sondern ebenso wie die Abtragung des Augengewebes mittels Laserstrahl durchgeführt. Die Präzision des Eingriffs ist dadurch höher.

Andere Methoden der refraktiven Laser-Chirurgie

Neben LASIC ist auch LASEK eine oft eingesetzte Art der Augenoperation mit Lasern. Die Methode kommt ohne Einschnitte in die Hornhaut des Auges aus und wird daher oft bei Patienten eingesetzt, deren Auge stärkeren mechanischen Belastungen ausgesetzt ist.